Alle zwei Jahre verwandelt sich das Große Walsertal in einen besonderen Kulturraum – voller Klang, Begegnungen und Überraschungen.
Der Walserherbst trägt seinen Beinamen nicht zufällig: „Das steilste Festival in den Bergen“ führt uns auf Höhenwege zwischen Musik und bildender Kunst, zwischen Theater, Literatur, Kino, Land Art und Kulinarik.
Was hier geschieht, sprengt den klassischen Rahmen eines Festivals. Kirchen beginnen zu klingen, Seilbahngondeln werden zu Theatersälen, Garagen verwandeln sich in Galerien und ein Straßentunnel öffnet sich als Konzertsaal. Selbst Alltägliches erhält eine neue Bedeutung – einmal wird ein Kuheuter zum Heißluftballon, ein anderes Mal ein Flusslauf zum Atelier.
Gerade diese künstlerische Spielfreude macht den Reiz aus: das Unerwartete in vertrauter Umgebung. Wer dem Ruf des Walserherbst folgt, landet oft in entlegensten Winkeln des Tales – in wiederbelebten Gasthäusern, an wildromantischen Flussläufen, auf schwimmenden Bühnen oder an frisch entdeckten Schwefelquellen. Orte, die für wenige Wochen zu pulsierenden Zentren der Kultur werden.
Und auch in diesem Jahr warteten eindrucksvolle künstlerische Handschriften darauf, entdeckt zu werden: Margot Geiger verwandelte den Alten Konsum in ein Erlebnis für alle Sinne, während im ehemaligen Gasthof Adler die Vielfalt der Prättigauer Kunstschaffenden zu sehen waren. Michael Salvadori bespielte den Musikraum, Theresia Bickel zeigte im Johannishof ihre Werke, und die Ausstellung *GeSchichten* in der Scheune Lehen gab dem Gewachsenen und Erzählten der Region eine Stimme.
Der Walserherbst ist mehr als ein Festival – er ist eine Einladung, Kunst und Natur, Tradition und Experiment, Menschen und Räume auf ganz neue Weise wahrzunehmen.
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