
Am 29. Oktober hieß es in der Remise in Bludenz: Danke, Wolfgang Maurer! Nach mehr als drei Jahrzehnten in unterschiedlichsten kulturellen und kulturpolitischen Funktionen zieht sich Wolfgang aus der ersten Reihe zurück. Der Verein allerArt hat diesen Anlass genutzt, um einen Menschen zu würdigen, der das kulturelle Leben unserer Stadt über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat.
Ein Leben für die Kultur in Bludenz
1955 in Innsbruck geboren, wurde Bludenz für Wolfgang Maurer zur beruflichen und kulturellen Heimat. Als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Philosophie am BG Bludenz brachte er Generationen von Schülerinnen und Schülern die Welt der Literatur näher. Als Dramaturg am Theater am Kirchplatz in Schaan, mit seinen Literaturgesprächen seit 1992, als Leiter des Bludenzer Kulturamtes von 2001 bis 2006 und als Vorsitzender von Literatur Vorarlberg von 2008 bis 2010 hat er weit über den Unterricht hinaus kulturelle Akzente gesetzt.
Besonders eng verbunden bleibt sein Name mit dem Verein allerArt. 25 Jahre engagierte sich Wolfgang im Vorstand, seit 2014 als geschäftsführender Obmann. Die internationale Meisterklasse der Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik, die LeinwandLounge in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und mehr als 200 Uraufführungen stehen beispielhaft für eine bemerkenswerte kulturelle Entwicklung. Sie zeigen, was mit Leidenschaft, Konsequenz, einem hohen Qualitätsanspruch und langem Atem auch in einer Kleinstadt möglich ist.
Zwanzig Jahre gemeinsamer Weg
Für mich persönlich ist Wolfgang weit mehr als ein prägender Kulturakteur. Er ist eine jener Begegnungen, die bleiben und die mich nachhaltig geprägt haben. Rund zwanzig Jahre haben wir miteinander gearbeitet, kulturell wie politisch. Wir haben Projekte entwickelt, Ideen diskutiert, Entscheidungen getroffen und dabei durchaus auch unterschiedliche Zugänge zu kulturpolitischen Fragen vertreten.
Aber bei allen Meinungsverschiedenheiten hatten wir immer ein gemeinsames Ziel: Das Beste für Bludenz zu erreichen.
Ich habe Wolfgang als engagierten Partner im Kulturbetrieb, als kritischen und leidenschaftlichen Gesprächspartner und als Menschen erlebt, der sich mit dem Mittelmaß nie zufriedengegeben hat. Er steht für eine klare kulturpolitische Haltung, für intellektuelle Neugier und für die Überzeugung, dass anspruchsvolle Kunst keine Frage der Stadtgröße sein darf. Gerade dieser Anspruch hat unsere Zusammenarbeit geprägt und den kulturpolitischen Diskurs in Bludenz bereichert.
Was bleibt, ist weit mehr als eine beeindruckende Bilanz.
Wolfgang übergibt einen Verein mit einem starken Fundament, einem unverwechselbaren Profil und einer klaren kulturellen Handschrift. Mit Jasmine Türk an der Spitze und einem neu aufgestellten Vorstand übernimmt nun die nächste Generation Verantwortung. Ein Übergang, der Kontinuität ermöglicht und gleichzeitig Raum für neue Perspektiven schafft.
Und ganz verabschieden müssen wir uns zum Glück nicht: Dem Literarischen Salon bleibt Wolfgang als Moderator erhalten. Wer ihn einmal über Literatur sprechen gehört hat, weiß, wie viel Wissen, Begeisterung und Leidenschaft in diesen Begegnungen stecken.
„Lieber Wolfgang, danke für mehr als drei Jahrzehnte voller Einsatz für die Kultur in Bludenz. Danke für deinen Anspruch, deine Beharrlichkeit und deine Haltung. Und ganz persönlich: Danke für zwanzig Jahre Zusammenarbeit, für viele offene Gespräche, gemeinsame Erfolge und auch für jene Diskussionen, in denen wir nicht immer einer Meinung waren.“
Denn gerade das zeichnet eine gute Zusammenarbeit aus: unterschiedliche Standpunkte, gegenseitiger Respekt und das gemeinsame Ziel, etwas für unsere Stadt zu bewegen.
Danke, Wolfgang!

