
Am 20. Juni wurde im Kunstforum Montafon die Ausstellung „FILTER 2.0“ eröffnet. Zu sehen sind Arbeiten von Maria Anwander, Veronika Dirnhofer, Melanie Ebenhoch, Hubert Lampert, Johannes Ludescher, Carmen Pfanner und Ruth Schnell. Die Ausstellung läuft von 21. Juni bis 7. August 2026.
Mit „FILTER 2.0“ setzt das Kunstforum Montafon seine Tradition thematischer Gruppenausstellungen fort. Zugleich nimmt die Schau einen Gedanken wieder auf, der bereits 2016 in der Ausstellung „FILTER“ eine zentrale Rolle spielte: Wie prägen Sammlungen unseren Blick auf Kunst, Geschichte und Gegenwart? Welche Werke werden bewahrt, welche Perspektiven sichtbar gemacht – und welche Geschichten entstehen dadurch?
Diesmal steht die Sammlung der illwerke vkw im Mittelpunkt. Dass ein Energieunternehmen zeitgenössische Kunst sammelt und diese nun im Kunstforum Montafon zugänglich macht, ist mehr als ein interessantes Detail. Es zeigt, dass regionale Verantwortung nicht nur mit Infrastruktur, Versorgung und Wirtschaft zu tun hat, sondern auch mit kultureller Haltung. Kunst eröffnet Räume, in denen Werte, Identität und Veränderung verhandelt werden können.
Besonders spannend ist das kuratorische Prinzip der Ausstellung: Ältere Werke aus der Sammlung werden aktuellen Arbeiten derselben Künstler:innen gegenübergestellt. Dadurch entsteht ein Dialog über Zeit hinweg. Man sieht Entwicklungen, Brüche und Kontinuitäten – und wird zugleich eingeladen, den eigenen Blick zu hinterfragen. Denn jeder Blick ist ein Filter: geprägt von Erfahrung, Erinnerung, Umfeld und Erwartung.
Gerade im ländlichen Raum haben kulturellen Orte eine besondere Bedeutung. Sie sind nicht nur Ausstellungsflächen, sondern Treffpunkte, Denkorte und Impulsgeber.
„Kultur stärkt regionale Identität, ohne sie einzuengen. Sie verbindet Menschen, schafft Gesprächsanlässe und öffnet den Blick über das Gewohnte hinaus.“ (CT)
Das Kunstforum Montafon zeigt damit einmal mehr, dass anspruchsvolle zeitgenössische Kunst nicht ausschließlich in urbanen Zentren stattfinden muss.
„FILTER 2.0“ erzählt auch von Vorarlberg: von künstlerischer Qualität, von regionaler Verwurzelung, von unternehmerischer Verantwortung und von der Kraft kultureller Räume. Die Eröffnung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig solche Orte sind – gerade dort, wo Kultur nah an den Menschen, an der Landschaft und an den Fragen der Region bleibt.
Fotos: Gerhard Scopoli











