
Politische Bildung ist für mich eines der wichtigsten Themen überhaupt. Sie ist eine Grundvoraussetzung für eine lebendige Demokratie. Denn Demokratie lebt nicht nur von Institutionen, Gesetzen und Wahlen, sondern davon, dass Menschen verstehen, wie Entscheidungen entstehen, wie Interessen ausgehandelt werden und wie jede und jeder selbst Verantwortung übernehmen kann.
Gerade junge Menschen brauchen Orientierung. Sie wachsen in einer Welt auf, in der sie täglich mit Informationen, Meinungen und Konflikten konfrontiert sind. Umso wichtiger ist es, ihnen nicht nur Inhalte zu vermitteln, sondern auch Verständnis dafür, wie Politik funktioniert, wer welche Entscheidungen trifft und welchen Platz sie selbst in diesem Gefüge einnehmen können.
Lehrlingswerkstatt mit Lehrlingen von Haberkorn
Umso mehr hat es mich gefreut, heute im Parlament im Rahmen der Lehrlingswerkstatt mit Lehrlingen von Haberkorn arbeiten zu dürfen – gemeinsam mit meinem Bundesratskollegen Martin Peterl (SPÖ). Solche Begegnungen sind besonders wertvoll, weil sie politische Bildung greifbar machen. Politik wird dann nicht als etwas Fernes wahrgenommen, sondern als etwas, das mit dem eigenen Leben, dem Beruf und der Zukunft zu tun hat.
Gerade Lehrlinge und junge Menschen früh mit politischen Mechanismen in Kontakt zu bringen, ist von großer Bedeutung. Sie erleben sehr unmittelbar, wie politische Entscheidungen ihren Alltag beeinflussen – sei es bei Ausbildung, Arbeitsmarkt, Mobilität, Digitalisierung oder Chancengerechtigkeit. Wer früh versteht, wie politische Prozesse funktionieren, entwickelt ein stärkeres Bewusstsein für demokratische Mitgestaltung. Politische Bildung heißt für mich nicht, junge Menschen in eine bestimmte ideologische Richtung zu lenken. Es geht vielmehr darum, Interesse zu wecken, Urteilskraft zu fördern und Offenheit für unterschiedliche Perspektiven zu schaffen. Demokratie braucht keine Gleichförmigkeit, sondern informierte, selbstbewusste und verantwortungsbereite Bürgerinnen und Bürger.
„Die zentrale Botschaft: Man muss nicht mit allem einverstanden sein – aber man sollte verstehen, wie unsere Demokratie funktioniert, und wissen, dass die eigene Stimme zählt. Wer politische Abläufe versteht, kann sich eine fundierte Meinung bilden.“ (CT)
Deshalb sind Formate wie die Lehrlingswerkstatt im Parlament so wertvoll. Sie schaffen Einblicke, fördern den Dialog und zeigen jungen Menschen, dass politische Bildung nichts Abgehobenes ist, sondern etwas, das sie ganz unmittelbar betrifft. Wenn wir wollen, dass unsere Demokratie auch morgen stark ist, dann müssen wir heute junge Menschen dafür begeistern, sich einzubringen – mit Offenheit, mit ehrlichem Austausch und mit dem klaren Signal: Eure Fragen sind wichtig. Eure Sichtweisen zählen. Und eure Beteiligung macht einen Unterschied.
Vielen Dank in diesem Fall an die Lehrlinge von Haberkorn in Wien für die vielen Fragen und den offenen Dialog.
Fotos: Parlamentsdirektion

