
Am 10. Oktober lud der 38. „Ball der VorarlbergerInnen in Wien“ ins Wiener Rathaus. Die Patronanz hatte heuer die Stadt Dornbirn übernommen, die 2026 das 125-Jahr-Jubiläum ihrer Stadterhebung feiert.
Eine Tradition, die man nicht kopieren kann
Bälle gibt es vielerorts. Eine Balltradition wie in Wien gibt es nirgendwo sonst. Die Wiener Ballkultur ist seit 2010 Teil des österreichischen Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Jahr für Jahr füllen mehrere hundert Bälle den Kalender, vom Opernball bis zum Ball eines Berufsstandes, einer Universität oder eines Vereins.
Was die Wiener Balltradition auszeichnet, ist ihr fester Ablauf, der über Generationen weitergegeben wird: die feierliche Eröffnung, das erlösende „Alles Walzer!“, die Quadrille in den späteren Stunden und die Mitternachtseinlage als Höhepunkt der Nacht. Dazu kommt ein Dresscode, der den Abend bewusst vom Alltag abhebt. Der Ball ist in Wien kein bloßes Fest, sondern ein Ritual, das Menschen quer durch alle Generationen und gesellschaftlichen Gruppen zusammenführt.
„Die Wiener Balltradition lebt davon, dass sie verbindet: Jung und Alt, Stadt und Land, Tradition und Gegenwart. Genau das mache sie so wertvoll.“ (CT)
Die Bundesländerbälle: Heimat auf dem Parkett
Einen besonderen Platz in dieser Tradition nehmen die Bundesländerbälle ein. Sie sind Treffpunkt für all jene, die zum Studieren, Arbeiten oder Leben nach Wien gezogen sind und ihre Herkunft dennoch nicht hinter sich gelassen haben. Der Ländle-Ball ist dafür seit 38 Jahren das beste Beispiel: Auch heuer trafen sich hier Vorarlbergerinnen und Vorarlberger in Wien, Freundinnen und Freunde des Landes und viele, die eigens aus dem Ländle angereist waren.
„Viele junge Vorarlbergerinnen und Vorarlberger gehen für Ausbildung und Beruf nach Wien. Der Ländle-Ball zeige ihnen, dass die Verbindung nach Hause nicht abreißt. Diese Netzwerke seien für unser Land ein echter Schatz.“ (CT)
Dornbirn feiert 125 Jahre Stadt im Festsaal der Hauptstadt
Das Wiener Rathaus verlieh dem Abend einen ganz besonderen Rahmen. Der neugotische Bau von Friedrich von Schmidt zählt zu den eindrucksvollsten Ballkulissen der Stadt. Dass ausgerechnet Dornbirn die Patronanz übernommen hatte, passte ins Bild: Die größte Stadt Vorarlbergs feiert heuer das 125-Jahr-Jubiläum ihrer Stadterhebung und trug dieses Jubiläum bis nach Wien. Für besondere Freude sorgte zudem, dass im Wiener Rathaus an diesem Abend Dornbirner Bier ausgeschenkt wurde.
Ein Abend, der verbindet
Der 38. Ländle-Ball vereinte, was die Wiener Balltradition ausmacht, mit dem, was Vorarlberg prägt: Gemeinschaft, Kultur und einen gesunden Stolz auf die eigene Herkunft. Ein Abend, der gezeigt hat, dass Wien und das Ländle näher beieinander liegen, als es die Landkarte vermuten lässt. Der 39. Ländle-Ball findet im Mai 2027 unter der Patronanz von Lustenau statt.

