Jahreshauptversammlung der Wasserrettung – Abteilung Bezirk Bludenz

Einmal mehr hat sich bei der Jahreshauptversammlung der Wasserrettung des Bezirks Bludenz gezeigt, wie unsere Sicherheitsstrukturen ineinandergreifen – und wie wichtig es ist, dass jede Organisation ihren Platz im Ganzen hat. Gerade die Wasserrettung steht dabei oft weniger im Rampenlicht als andere Blaulichtorganisationen. Aber wenn es ernst wird, zählt sie zu den Einheiten, die in kritischen Minuten den Unterschied machen.

Mehr als „nur“ am Wasser: Was unsere Wasserrettung wirklich leistet

Wenn man „Wasserrettung“ hört, denken viele zuerst an Badeseen, Frei- und Hallenbäder, Stege und Erste Hilfe am Ufer. Das gehört dazu – aber es greift zu kurz. Die Wasserrettung ist ein hochspezialisierter Teil unserer Sicherheitsarchitektur: mit einer eigenen Ausbildung, eigener Ausrüstung, klaren Einsatzabläufen und einer Expertise, die in bestimmten Lagen schlicht nicht ersetzbar ist. Denn das Wasser ist eine besondere Einsatzumgebung:

  • Sicht und Orientierung sind eingeschränkt,
  • die Strömung und die Temperatur machen jede Minute entscheidend,
  • Rettung ist oft technisch anspruchsvoll,
  • und die Eigengefährdung ist höher als in vielen anderen Szenarien.

Die Wasserrettung ist folglich ein fixer Bestandteil der Einsatzkette – vom Notruf bis zur Übergabe an den Rettungsdienst.

Wie Sicherheitsstrukturen ineinandergreifen – und warum das Vertrauen schafft

Was mich an den Jahreshauptversammlungen unser Sicherheitsorganisationen immer wieder beeindruckt: Hinter dem Wort „Struktur“ stehen Menschen, Abläufe und Vertrauen. Wenn ein Alarm eingeht, darf es keine Reibungsverluste geben. Dann muss klar sein: Wer macht was? Wer führt? Wer unterstützt? Und wie arbeiten die Teams zusammen, ohne dass Zeit verloren geht?

In der Praxis bedeutet das: Die Wasserrettung ist Teil eines eingespielten Zusammenspiels – etwa mit der Feuerwehr, die bei technischer Hilfeleistung, Bergung und Logistik unterstützt, mit der Polizei für Absicherung, Lageführung und Ermittlungsaufgaben sowie mit dem Roten Kreuz für medizinische Versorgung, Transport und Betreuung. Je nach Einsatzlage arbeitet sie außerdem eng mit der Bergrettung zusammen, insbesondere an Schnittstellen zwischen Gelände und Wasser.

Dieses Zusammenspiel ist kein Zufall. Es ist Ergebnis von Ausbildung, gemeinsamer Übung, Funkdisziplin, klaren Zuständigkeiten – und einer Kultur, in der man sich gegenseitig respektiert, „Sicherheit“ im besten Sinn: nicht nur reagieren, sondern vorbereitet sein.

Die Wasserrettung ist ein unverzichtbares Element in der Sicherheitsstruktur – nicht neben den anderen Organisationen, sondern mit ihnen. Sie bringt Fähigkeiten ein, die in kritischen Situationen nicht improvisiert werden können. Und sie lebt eine Form von Verantwortung, die unsere Gesellschaft stärker macht: zuverlässig, kompetent, freiwillig.

Christoph Thoma Blog

Unterwegs halte ich besondere Momente in Bildern und Geschichten fest. In meinem Blog finden sich Reportagen, Fotos und Eindrücke meiner politischen Arbeit und Schwerpunkte.