AI Summit for Politics in Wien: Industrial AI als Chance für Industrie und Mittelstand: Künstliche Intelligenz wird unsere Demokratie verändern. Die Frage ist nicht ob, sondern wer sie gestaltet.
Unter diesem Leitgedanken kamen am 5. Oktober rund 300 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung zum AI Summit for Politics von Campus Tivoli und dem Wilfried Martens Centre for European Studies nach Wien. In zehn Master Classes erarbeiteten über 100 Expertinnen und Experten Empfehlungen von der digitalen Souveränität über Gesundheit und Cybersecurity bis zu Arbeitsmarkt und Verteidigung.
Österreichs Chance liegt nicht im Wettlauf um die größten Sprachmodelle, sondern in deren Anwendung.
„Unser Wohlstand hängt an der Industrie. Wir müssen KI nicht erfinden, wir müssen sie in unseren Betrieben besser einsetzen als andere.“ (CT)
Industrial AI in Produktion, Wartung und Logistik sei die Chance, die zu Österreich passe. Die Sorge um Arbeitsplätze greife dabei zu kurz: Nicht KI nimmt uns die Arbeit, sondern Betriebe, die KI nicht nutzen, verlieren den Anschluss. Die politische Aufgabe sei daher, Weiterbildung zu stärken, gerade in KMU und in der Verwaltung.
 
Rechenzentren als Infrastruktur

Die „Gigawatt-Campusse“ internationaler Konzerne würden ohnehin eher anderswo entstehen, so Thoma. Österreichs Chance liege vielmehr in mittelgroßen und regionalen Rechenzentren für Industrie, Gesundheit und Verwaltung, unter europäischem Recht und mit verlässlicher Stromversorgung. Wir müssen nicht der größte Standort sein, aber ein vertrauenswürdiger. Rechenzentren sind kein Jobmotor, sondern Infrastruktur, so wie Straßen und Leitungen.
Netze als Nadelöhr

Genau bei dieser Stromversorgung sieht Thoma den Engpass: im Netz und in der Dauer der Verfahren. Ohne den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze gebe es weder neue Rechenzentren noch eine Energiewende. Er fordert daher kürzere Genehmigungsverfahren mit klaren Fristen und gebündelten Zuständigkeiten, auch als Conclusio der Masterclass „Digitale Souveränität, Infrastruktur & Energie“, an der Thoma teilgenommen hat.
Bundesrat als Länderkammer gefordert

Der Anspruch des Summits, dass Politik Technologie verstehen müsse, bevor sie sie regeln könne, gelte gerade für den Bundesrat, so Thoma. Die Länderkammer sei in der Pflicht, die Perspektive der Regionen einzubringen: „KI wird dort wirksam, wo Menschen arbeiten, im Betrieb in Vorarlberg genauso wie im Rathaus.“ Souveränität bedeute dabei nicht Abschottung, sondern Wahlfreiheit.
„Wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte. Noch ist ein Platz frei.“

 

 

Christoph Thoma Blog

Unterwegs halte ich besondere Momente in Bildern und Geschichten fest. In meinem Blog finden sich Reportagen, Fotos und Eindrücke meiner politischen Arbeit und Schwerpunkte.