
Am 24. Oktober war ich im Wiener Allianz Stadion beim Bundesligaspiel des SK Rapid gegen den SC Austria Lustenau. Für unseren Vorarlberger Aufsteiger war es ein Gastspiel beim Rekordmeister, für mich ein Abend, an dem Vorarlberg in Wien sichtbar wurde.
Samstagabend, 19:30 Uhr, Hütteldorf: Wenn Rapid zum Heimspiel lädt, gehört die Bühne normalerweise den Hausherren. An diesem Abend war aber im Gästesektor nicht zu überhören, dass auch Vorarlberg mitspielt. Die Lustenauerinnen und Lustenauer hatten mehr als 600 Kilometer auf sich genommen, um ihre Mannschaft beim Tabellenführer zu unterstützen.
Ein Aufsteiger, der ein ganzes Land vertritt
Dass dieses Duell überhaupt stattfindet, ist alles andere als selbstverständlich. In der vergangenen Saison spielte Austria Lustenau noch in der 2. Liga, jetzt misst sich der Klub wieder mit den Großen des österreichischen Fußballs. Wenn Lustenau in Wien aufläuft, spielt ein Stück Vorarlberg mit. Dieser Aufstieg ist ein Verdienst der ganzen Region.
Aus Wiener Perspektive wird oft übersehen, was hinter einem solchen Erfolg steht. Ein Profiklub in einer Marktgemeinde mit rund 24.000 Einwohnern lebt nicht von großen Konzernen. Er lebt von Menschen, die sich einbringen.
Das Fundament: Ehrenamt und Nachwuchs
Hinter jeder Mannschaft, die in der Bundesliga aufläuft, stehen unzählige unbezahlte Stunden. Nachwuchstrainer stehen Woche für Woche am Platz, Funktionäre tragen den Verein durch schwierige Jahre, und Fanklubs organisieren Busfahrten quer durch Österreich. Für mich zeigt der Fußball, was Vereinsleben in Vorarlberg ausmacht: Man packt gemeinsam an, auch wenn der Weg weit ist. Das Ehrenamt ist das Rückgrat unseres Sports, und es verdient politische Rückendeckung.
Besonders wichtig ist mir der Blick auf die Jugend. Viele junge Spielerinnen und Spieler, die heute in Lustenau trainieren, sehen an solchen Abenden, wohin ihr Weg führen kann. Ein Bundesligaklub vor der Haustür ist für junge Menschen ein enormer Ansporn, und diese Vorbildwirkung reicht weit über den Sport hinaus.
Ausblick
Für die Lustenauer bleibt der Herbst fordernd. Wenige Tage später wartet im ÖFB-Cup Sturm Graz, danach in der Liga Red Bull Salzburg. Wer sich in dieser Liga behaupten will, braucht einen langen Atem, und dabei wird die Unterstützung aus dem ganzen Land entscheidend sein. Ich bin jedenfalls gerne wieder dabei.
Und eines ist auch klar: Rapid spielt um den Titel mit, der Heimsieg geht in Ordnung, Austria Lustenau kämpft weiter und blickt nach vorne!

